Was genau ist unsicher an uns?

Ist unsere Technologie unzuverlässig? Der Proof-of-Concept hat das Gegenteil bewiesen.

Sind wir nicht in der Lage zu liefern? Unsere bisherigen Projekte und Kundenreferenzen sprechen dagegen.

Ist die Implementierung unserer Lösung zu riskant? Welche konkreten Risiken sind dann noch ungeklärt?

Sind wir wirtschaftlich instabil? Ist unser Support unzureichend? Gibt es Zweifel daran, dass wir unsere Zusagen langfristig einhalten können?

Oder besteht das eigentliche Problem einfach darin, dass wir nicht der Anbieter sind, mit dem Sie seit zehn Jahren zusammenarbeiten?

Würden Sie einem etablierten Anbieter dieselben Fragen stellen? Dieselben Nachweise verlangen? Bekannte Schwächen mit derselben Skepsis beurteilen?

Wenn es tatsächliche Risiken gibt, müssen wir sie kennen. Dann können wir darauf eingehen, Nachweise liefern oder offen benennen, wo unsere Grenzen liegen.

Wenn aber nach allem, was wir bewiesen haben, nur das Gefühl bleibt, dass die Entscheidung für uns weniger sicher wäre, dann sprechen wir längst nicht mehr über technische Qualifikation.

Dann sprechen wir über den Unterschied zwischen nachgewiesener Leistungsfähigkeit und wahrgenommenem Risiko.

Wenn Vertrautheit zum Wettbewerbsvorteil wird

Ihre Produkte haben möglicherweise Schwächen. Ihre Preise sind vielleicht weniger attraktiv. Ihre Technologie ist nicht unbedingt die innovativste.

Dennoch wissen die Kunden, womit sie rechnen müssen.

Sie kennen die Organisation, die Supportstrukturen und die Arbeitsweise des Anbieters. Selbst bekannte Schwächen erscheinen beherrschbar, weil man bereits Erfahrungen damit gesammelt hat.

Ein neuer Anbieter muss dagegen häufig weit mehr beweisen als seine technische Überlegenheit.

➜ Können wir darauf vertrauen, dass dieses Unternehmen zuverlässig liefert?
➜ Wird es langfristig ein verlässlicher Partner bleiben?
➜ Wer übernimmt Verantwortung, wenn Probleme auftreten?
➜ Können wir die Entscheidung für einen relativ unbekannten Anbieter intern rechtfertigen?

Diese Fragen sind berechtigt. Problematisch wird es jedoch, wenn sie bei neuen Anbietern wesentlich strenger gestellt werden als bei etablierten Wettbewerbern.

Vertrautheit ist kein Beweis für ein geringeres Risiko. Sie führt häufig nur dazu, dass sich ein Risiko leichter akzeptieren lässt.

Das persönliche Risiko hinter der Kaufentscheidung

Kaufentscheidungen im Enterprise-Umfeld werden nicht von abstrakten Organisationen getroffen. Dahinter stehen Menschen, die ihre Empfehlungen begründen und Verantwortung für deren Konsequenzen übernehmen müssen.

Die Entscheidung für einen etablierten Anbieter bietet dabei eine gewisse Absicherung.

Treten bei einem weitverbreiteten Anbieter Probleme auf, lässt sich die Entscheidung häufig als nachvollziehbar verteidigen. Schließlich wurde ein anerkannter Lieferant mit etablierter Marktposition ausgewählt.

Scheitert dagegen ein weitgehend unbekannter Anbieter, können die Fragen ganz anders ausfallen.

Warum haben wir uns für dieses Unternehmen entschieden? Wer hat es empfohlen? Warum wurde nicht die etablierte Alternative gewählt?

Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht, das sich durch technische Evaluierungen allein nicht beseitigen lässt.

Der Entscheidungsträger zweifelt möglicherweise gar nicht daran, dass die neue Lösung funktioniert.

Er fragt sich vielmehr, welche Konsequenzen die Entscheidung für ihn persönlich haben könnte.

Das wahrgenommene Risiko liegt nicht immer in der Technologie. Manchmal liegt es in der Verantwortung, sich für sie zu entscheiden.

Aus wahrgenommenen Risiken konkrete Fragen machen

Für internationale Softwareunternehmen, die in den DACH-Markt eintreten, besteht die Antwort nicht darin, immer weitere Produktdemonstrationen durchzuführen oder den Proof of Concept beliebig zu verlängern.

Entscheidend ist, herauszufinden, was die Kundenorganisation tatsächlich zögern lässt.

Dafür braucht es einen anderen Ansatz bei Positionierung und Kundenansprache.

➜ Unklare Bedenken konstruktiv hinterfragen.
Wenn ein Anbieter als riskant gilt, muss geklärt werden, welche konkreten Aspekte des Unternehmens, der Implementierung oder der langfristigen Zusammenarbeit Unsicherheit auslösen.

➜ Das Unternehmen hinter dem Produkt sichtbar machen.
Wirtschaftliche Stabilität, Lieferfähigkeit, Kundenreferenzen, Supportstrukturen und klare Verantwortlichkeiten können ebenso wichtig sein wie die technische Leistungsfähigkeit.

➜ Verstehen, wer das Entscheidungsrisiko trägt.
Die Personen, die eine Technologie bewerten, sind nicht zwangsläufig diejenigen, die die Investition genehmigen oder die Entscheidung intern vertreten müssen.

➜ Das Unbekannte bewertbar machen.
Relevante Referenzen, transparente Prozesse und glaubwürdige lokale Supportstrukturen helfen Kunden, einen neuen Anbieter anhand konkreter Nachweise statt aufgrund von Annahmen zu beurteilen.

Es geht nicht darum, zu behaupten, dass die Entscheidung für einen neuen Anbieter risikofrei sei.

Es geht darum, Risiken konkret zu benennen, zu bewerten und fair miteinander zu vergleichen.

Die eigentliche Frage beim Markteintritt

Internationale Softwareunternehmen treten häufig mit der Überzeugung in den DACH-Markt ein, dass ihre Technologie mit etablierten Lösungen konkurrieren kann.

Und damit können sie durchaus recht haben.

Doch technische Wettbewerbsfähigkeit führt nicht automatisch zu Marktakzeptanz.

Eine erfolgreiche Markteintrittsstrategie muss deshalb auch die Fragen beantworten, die Kunden über den Anbieter stellen - nicht nur über dessen Produkt.

Sie muss zudem die Bedenken sichtbar machen, die Kunden möglicherweise gar nicht offen aussprechen.

Bei APILANi beginnen wir deshalb mit dem Verständnis des Marktes, der Entscheidungsstrukturen und der Faktoren, die darüber bestimmen, ob ein neuer Anbieter als glaubwürdige Alternative wahrgenommen wird.

Wir unterstützen internationale Softwareunternehmen dabei, ihre technischen Stärken in eine Positionierung, überzeugende Nachweise und eine Marktbearbeitung zu übersetzen, die den Erwartungen der Enterprise-Kunden im DACH-Markt gerecht werden.

Denn die entscheidende Frage ist nicht allein, ob deine Lösung funktioniert.

Sondern ob Kunden einen konkreten Grund benennen können, sich gegen dich zu entscheiden - oder ob Vertrautheit längst zum Ersatz für einen echten Vergleich der Alternativen geworden ist.